Das Wochenbett

Mai 2017
Als Wochenbett bezeichnet man die Zeitspanne vom Ende der Entbindung bis zur Rückbildung der geburtsbedingten Veränderungen. Diese Phase dauert typischerweise etwa sechs bis acht Wochen. Nach der Geburt wird die Frau einige Tage im Krankenhaus betreut und dann nach Hause entlassen.


Das Wochenbett kurz nach der Geburt

Es ist inzwischen auch möglich, schon einige Stunden nach der Geburt aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Allerdings ist es empfehlenswert, dass Mutter und Kind in den ersten Tagen nach der Geburt im Krankenhaus betreut werden. Die Mutter kann so nach der anstrengenden Geburt wieder zu Kräften kommen und sich voll und ganz auf das Neugeborene konzentrieren, ohne sich um den Haushalt und die üblichen Tätigkeiten zu Hause kümmern zu müssen. Zudem wird die Mutter medizinisch überwacht, um zu überprüfen, ob Blutungen oder Nachwehen einsetzen, wie sich die Plazenta zurückbildet, wie das allgemeine Befinden nach der Geburt ist und ob der Blutverlust während und nach der Geburt groß war.


Natürlich wird auch überprüft, wie es dem Neugeborenen geht und ob es medizinische Hilfe benötigt. Erfahrene Hebammen und Kinderkrankenschwestern bieten zudem Hilfe beim Stillen und bei der Versorgung des Babys an. Im Krankenhaus erhält das Baby die ersten Untersuchungen (U1- und U2-Untersuchung und eine Blutuntersuchung, um Stoffwechselerkrankungen auszuschließen) und die notwendigen Prophylaxen (wie etwa die Gabe von Vitamin K, um die Blutgerinnung zu stabilisieren). Wenn die Mutter in den ersten Tagen nach der Geburt zu Hause ist, sollte das Baby beim Kinderarzt vorgestellt werden.

Wie lange sollte man im Wochenbett liegen?

Im Wochenbett sollten Sie sich schonen, müssen aber nicht liegen. Wenn die Geburt normal abgelaufen ist und Sie sich fit fühlen, ist es sogar günstig für den Kreislauf, wenn Sie sobald wie möglich auf die Beine kommen und in Begleitung die ersten Schritte wagen. Nach einem Kaiserschnitt können die Wundschmerzen besonders in den ersten Tagen groß sein, so dass Sie lieber liegen werden. Versuchen Sie trotzdem, sich an die Bettkante zu setzen und wenn möglich einige Schritte zu gehen.

Tipps für das Wochenbett

Blutungen im Wochenbett

Die sogenannten "Wochenblutungen" oder der "Wochenfluss" setzen kurz nach der Geburt ein. Die Farbe und der Geruch werden regelmäßig kontrolliert, um Infektionen rechtzeitig zu erkennen. Die stärksten Blutungen dauern etwa sieben bis zehn Tage an und verschwinden dann nach zwei bis drei Wochen. Zunächst ist das Blut hellrot, innerhalb der folgenden Tage wird die Farbe rosa und wechselt dann in ein klares Braun.


Wenn Blutungen länger als drei Wochen andauern, plötzlich stark auftreten oder einen übel riechenden Geruch aufweisen, sollten Sie dringend Ihren Gynäkologen aufsuchen. Messen Sie regelmäßig Ihre Temperatur, um Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Unterleibsschmerzen

Nach der Geburt verspüren die meisten Frauen Unterleibsschmerzen, weil sich die Gebärmutter wieder zusammenzieht. Diese Schmerzen werden als "Nachwehen" bezeichnet. Die Schmerzen können besonders stark sein, wenn das Kind an der Brust saugt, weil dadurch Hormone ausgeschüttet werden, die die Kontraktion der Gebärmutter fördern. Wenn Sie schon einmal ein Baby bekommen haben, werden Sie vielleicht überrascht sein, dass die Schmerzen beim zweiten Kind deutlich unangenehmer sind als nach der ersten Geburt. Das erleben die meisten Frauen so.
Die Nachwehen dauern etwa fünf bis zehn Tage an und verringern sich innerhalb einer Woche deutlich. Eine Untersuchung ist dann erforderlich, wenn der Schmerz länger als zehn Tage andauert oder sehr stark ist.

Beckenboden und Blase

Das Auftreten von Harninkontinenz nach der Entbindung ist ein häufiges Phänomen, da Damm, Beckenboden und Blase durch die Geburt geschwächt sind. Die Heilung der Wunden im Dammbereich benötigt etwa vier bis sechs Wochen. Bis dahin können das Wasserlassen und der Stuhlgang Schmerzen bereiten. Wenn Sie unter Inkontinenz leiden, sollten Sie darüber mit Ihrem Frauenarzt sprechen. Durch ein entsprechendes Beckenbodentraining bilden sich die Symptome in den meisten Fällen rasch zurück.

Müdigkeit

Fast alle Frauen leiden nach der Geburt unter Müdigkeit. Dies kommt von den Anstrengungen bei der Geburt, vom Schlafmangel und von den Anstrengungen beim Stillen. Sie sollten sich daher viel Ruhe gönnen. Versuchen Sie im Wochenbett, Besuche von Familienangehörigen und Freunden zu verkürzen.

Verstopfung

In den ersten Tagen nach der Geburt kann es zu Verstopfungen kommen. Fragen sie nach Medikamenten, wenn sich die Verstopfung nach ein paar Tagen nicht bessert. Die Wunde am Damm sollte Sie nicht daran hindern, auf die Toilette zu gehen.

Hämorrhoiden

Nach Schwangerschaft und Geburt treten häufig Hämorrhoiden auf, da die Venen und Muskeln überlastet wurden.

Die Rückkehr der normalen Monatsblutung

Wenn Sie das Baby nicht stillen, setzen innerhalb des ersten Monats wieder normale Monatsblutungen ein. Wenn Sie das Kind stillen, treten die Blutungen erst wieder drei bis sechs Monate nach der Geburt auf.

Sexualität

Wegen des erhöhten Infektionsrisikos ist Geschlechtsverkehr erst vier bis sechs Wochen nach der Geburt, wenn die Blutungen aufgehört haben, wieder zu empfehlen.

Empfängnisverhütung

Prinzipiell ist es möglich, direkt nach der Entbindung wieder schwanger zu werden. Die meisten Frauen haben ihren Eisprung aber nicht unmittelbar nach der Geburt, sondern erst ein bis drei Monate später. Wenn Sie stillen, setzt der Eisprung meistens noch später ein. Es ist nicht möglich, mit Genauigkeit den Zeitpunkt des ersten Eisprungs nach der Geburt zu bestimmen. Deshalb sollten Sie unbedingt an das Thema Verhütung denken, um nicht sofort wieder schwanger zu werden.


Für stillende Frauen gilt: Die Pille mit Östrogenen sollte während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Die Mikropille (Minipille mit Progesteron) kann zehn Tage nach der Entbindung wieder eingenommen werden. Sie muss zu regelmäßigen und festen Zeiten eingenommen werden.

Für Frauen, die nicht stillen gilt: Sie sollten eine Pillenpause einlegen, bis wieder normale Monatsblutungen eintreten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über die Verhütungsmethoden beraten.

Hygiene nach jedem Toilettengang

In der ersten Zeit nach der Geburt ist die Infektionsgefahr im Intimbereich erhöht. Sie sollten den Intimbereich nach dem Toilettengang gut abspülen und abtrocknen. Bäder und Scheidenspülungen sind für mehrere Wochen nicht zu empfehlen, denn durch die Öffnung des Gebärmutterhalses nach der Geburt können Infektionen entstehen. Baden Sie erst dann wieder, wenn die Blutungen aufgehört haben.


Foto: © Ximagination – 123RF.com

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Letztes Update am 24. April 2017 10:26 von SilkeCCM.
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