Das Schütteltrauma

Januar 2017


Das Schütteltrauma


Viele Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen heftiger Gewalteinwirkungen. Meist wird Gewalt im häuslichen Umfeld ausgeübt, sei es seitens der Eltern oder von betreuenden Personen.

Das Schütteltrauma - anatomische Bedingungen


Wenn Sie ein Kind schütteln, wird das Gehirn durch Dreh- und Scherkräfte schwer verletzt. Durchblutungsstörungen und unterbrochene Nervenbahnen führen zu einem Hirnödem, welches mitunter erst Wochen später zu Symptomen führen kann.
Der Kopf ist bei Kindern im Verhältnis zum Körper verhältnismäßig groß. Die Halsmuskulatur ist bei Neugeborenen noch recht schwach. Kinder haben im Säuglingsalter Schleuderbewegungen nichts entgegenzusetzen. Deshalb können Schleuderbewegungen schwere Verletzungen verursachen.

Symptome


Durch heftiges Schütteln können im Gehirn von Babys Hirnblutungen und Ödeme entstehen. Außerdem entstehen Blutungen zwischen Schädeldecke und Gehirn, die das weiche Hirngewebe komprimieren können. Folgende Symptome können auftreten:
  • Erbrechen
  • Schwächeanfall
  • Bewusstlosigkeit
  • epileptischer Anfall
  • Atemstillstand
  • Herzstillstand
  • Lähmungen
  • Verlust der Sehkraft

Das sollten Sie vermeiden


Sie sollten Kleinkinder niemals schütteln! Eltern müssen lernen, das Kindergeschrei gelassen hinzunehmen. Auch wenn es anstrengend sein kann, wenn Kinder häufig weinen, sollten Sie dem Kind gegenüber keine Aggressionen entwickeln. Wenn sie das Schreien nicht mehr ertragen können, sollten Sie kurzzeitig andere Personen auf das Kind aufpassen lassen und eine Auszeit nehmen.
Außerdem müssen Sie mit Kleinkindern auch im Spiel vorsichtig umgehen. Sie sollten Babys nicht in die Luft werfen und auch nicht mit Ihnen "Flugzeug" spielen, um die zarten Wesen nicht zu verletzen.

Weinen als Ursache


Weinen ist eine der häufigsten Ursachen, deretwegen Babys geschüttelt werden. Eltern können das übermäßige Geschrei kaum ertragen, verlieren die Geduld und wollen Babys durch Schütteln zur Ruhe bringen. Lesen Sie hierzu unseren Artikel unter Das Baby weint! Was tun?

Unfall oder Missbrauch?


Oft ist das gewalttätige Schütteln des Kindes ein verzweifelter Versuch von Eltern, ein unruhiges Schreibaby zu beruhigen. In diesem Akt wird die gestörte Eltern-Kind-Beziehung deutlich. In vielen Fällen ist eine Misshandlung dieser Art kein einmaliges Ereignis, sondern kommt in der betroffenen Familie häufiger vor.

In einigen Fällen ist das Schütteln jedoch nur eine weitere Form der Kindesmisshandlung, und der Säugling wurde vorher bereits auf andere Art und Weise misshandelt. In diesem Fall können andere Anzeichen wie Frakturen, Prellungen und blaue Flecke am ganzen Körper auftreten.

Achtung: Wenn Ihr Baby nach einer Erschütterung schläfrig wirkt oder erbricht, sollten Sie in jedem Fall ohne zu Zögern einen Arzt aufsuchen. Wenn neurologische Probleme auftreten, sollte eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus erfolgen.

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Letztes Update am 28. Juni 2011 16:56 von Dr. Blattmann.
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