Das Schütteltrauma

Mai 2017
Die Betreuung von Babys und Kindern kann manchmal anstrengend sein. Trotzdem dürfen Sie Babys und Kinder nie schütteln oder ihnen gegenüber handgreiflich werden. Denn gerade Babys können dadurch sehr schnell schwere Verletzungen davontragen.


Das Schütteltrauma

Viele Kinder sterben jedes Jahr an den Folgen heftiger Gewalteinwirkungen. Meist wird Gewalt im häuslichen Umfeld ausgeübt, sei es seitens der Eltern oder von betreuenden Personen.

Anatomische Bedingungen für das Schütteltrauma

Der Kopf ist bei Kindern im Verhältnis zum Körper verhältnismäßig groß. Die Halsmuskulatur ist bei Neugeborenen noch recht schwach. Deshalb haben insbesondere Kinder im Säuglingsalter Schleuderbewegungen nichts entgegenzusetzen.


Wenn Sie ein Kind schütteln, entstehen im Gehirn Dreh- und Schwerkräfte, die zu schweren Hirnverletzungen oder Blutungen führen können. Mitunter können die Blutungen langsam auftreten, so dass es auch erst Wochen nach dem Trauma zu Symptomen kommt.

Symptome

Folgende Symptome können nach einem Schütteltrauma auftreten: Erbrechen, Schwächeanfall, Bewusstlosigkeit, epileptischer Anfall, Atemstillstand, Herzstillstand, Lähmungen sowie Verlust der Sehkraft.

Achtung: Wenn Ihr Baby nach einer Erschütterung schläfrig wirkt oder erbricht, sollten Sie in jedem Fall ohne zu Zögern einen Arzt aufsuchen. Wenn neurologische Probleme auftreten, sollte eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus erfolgen. Auch wenn es schwerfällt: Scheuen Sie sich nicht zu berichten, was vorgefallen ist. Nur so kann der Arzt den Zustand des Kindes richtig einschätzen und Sie können Schäden für Ihr Kind vermeiden.

Kleinkinder niemals schütteln

Eltern müssen lernen, Stress und Kindergeschrei gelassen hinzunehmen. Kinder weinen nicht aus Boshaftigkeit, sondern weil sie sich nicht auf andere Art und Weise mitteilen können. Auch wenn es anstrengend sein kann, wenn Kinder häufig weinen, sollten Sie dem Kind gegenüber keine Aggressionen entwickeln. Wenn sie das Weinen nicht mehr ertragen können oder sich mit der Situation überfordert fühlen, sollten Sie kurzzeitig andere Personen auf das Kind aufpassen lassen und eine Auszeit nehmen.

Natürlich kann es passieren, dass Sie Ihr Baby aus Versehen einmal zu schnell hochnehmen, so dass der Kopf nicht optimal abgestützt ist. So etwas ist in der Regel nicht problematisch. Trotzdem sollten Sie immer daran denken, dass gerade kleine Babys aufgrund der schwach ausgebildeten Muskeln extrem verletzlich sind. Deshalb müssen Sie mit Kleinkindern auch im Spiel vorsichtig umgehen. Sie sollten kleine Babys nicht in die Luft werfen und auch nicht mit Ihnen "Flugzeug" spielen oder extrem stark wippen, um die zarten Wesen nicht zu verletzen.

Weinen als Ursache

In den häufigsten Fällen werden Babys geschüttelt, weil sie sehr viel weinen. Eltern können das übermäßige Geschrei kaum ertragen, verlieren die Geduld und versuchen, das Baby durch Schütteln zur Ruhe zu bringen.

Unfall oder Missbrauch?

Oft ist das gewalttätige Schütteln des Kindes ein verzweifelter Versuch von Eltern, ein unruhiges Schreibaby zu beruhigen. Prägen Sie sich deshalb immer ein: Schütteln Sie Ihr Baby oder Kind niemals - auch nicht leicht! In so einer Handlung wird eine gestörte Eltern-Kind-Beziehung deutlich. Suchen sie unbedingt Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie überfordert und überlastet sind. Oft hilft schon eine kurze Auszeit, um wieder neue Kraft zu tanken um gelassen mit Kindern umzugehen.


In einigen Fällen ist eine Misshandlung dieser Art kein einmaliges Ereignis, sondern kommt in der betroffenen Familie häufiger vor. Es ist jedoch auch möglich, dass das Schütteln nur eine weitere Form der Kindesmisshandlung ist und der Säugling bereits vorher auf andere Art und Weise misshandelt wurde. In diesem Fall können andere Anzeichen wie Frakturen, Prellungen und blaue Flecke am ganzen Körper auftreten.

Foto: © hannamariah – 123RF.com

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Letztes Update am 21. März 2017 06:00 von SilkeCCM.
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